PRAXISBERICHT

Ein Rückblick auf die ersten Monate des MEDINEUMS

Seit April 2021 sind wir im MEDINEUM für die Gesundheit unserer Patienten im Einsatz – unermüdlich von Montag bis Freitag von 07:00 Uhr früh bis 19:00 Uhr abends. Es ist eine schöne Aufgabe, der wir uns mit vollem Engagement und Herzblut widmen. Die vergangenen ersten Monate unseres Wirkens waren dabei sehr intensiv und dynamisch. Sie steckten voller Überraschungen und führten uns hart an unsere Leistungsgrenze (hin und wieder sogar darüber hinaus). Mit den vereinten Kräften unseres 17‑köpfigen MEDINEUM-Teams – und mit Verständnis und Geduld seitens unserer Patienten – ist es uns gelungen, das erste Primärversorgungszentrum Kärntens als Pilotprojekt auf Schiene zu bringen. Auch wenn es nicht einfach war und wir einiges an Kritik einstecken mussten. Doch sehen wir uns kurz die Anfänge an:

Der große Sturm der ersten Wochen

Kaum hatte das MEDINEUM seine Pforten geöffnet, wurden wir förmlich von Patientenanfragen überrannt. Jeden Tag sahen wir uns mit mehr als 200-300 Patienten vor Ort, über 1000 Anrufen und mehreren hundert E-Mails am Tag konfrontiert, was wir unmöglich vorhersehen konnten. Schließlich sind wir als Primärversorgungszentrum im Grunde eine Hausarzt-Gruppenpraxis von drei Allgemeinmedizinern, die einige Zusatzservices und Therapien für ihre eigenen Regelpatienten anbietet – und hatten die Infrastruktur dementsprechend dimensioniert.

Die logische Konsequenz: Unsere sechs Ordinationsassistentinnen und zwei diplomierte Krankenschwestern arbeiteten permanent unter Hochdruck und schließlich kollabierte auch noch die Telefonanlage. Wir reagierten sofort, bauten die Kapazitäten der Telefonanlage aus, verbesserten die Organisationsstruktur und stockten auch personell auf.

Die unvorhergesehene Anzahl an Patienten-Anfragen

Schnell wurde uns klar, dass dieser überdimensionale Patientenansturm auf eine falsche Erwartungshaltung seitens der Bevölkerung zurückzuführen war. Womit wir nicht gerechnet hatten, war, dass sich unzählige externe Patienten, für die eigentlich andere Hausärzte zuständig sind, mit Akutbeschwerden ans MEDINEUM wenden würden (wohl auch wegen der erweiterten Öffnungszeiten). Darüber hinaus wurde das MEDINEUM auch fälschlicherweise als automatische Urlaubsvertretung vieler Hausärzte wahrgenommen.

All das hatte einen unkontrollierbar hohen Akutpatientenstrom zur Folge, der nicht nur unser Team massiv forderte, sondern auch unseren Regelpatienten einiges an Geduld abverlangte, da es immer wieder zu längeren Wartezeiten kam – und leider zeitweise noch immer kommt. An dieser Stelle bedanken wir uns bei ihnen vielmals für ihr Verständnis!

Die gesetzliche Pflicht, Akutpatienten zu behandeln

Da wir als Mediziner gesetzlich dazu verpflichtet sind, alle Akutpatienten zu behandeln, die in unseren Praxen erscheinen, reagierten wir auch hier so schnell wie möglich. Wir organisierten unsere internen Prozesse noch straffer und effizienter, bauten unsere IT-Infrastruktur weiter aus und leisteten bzw. leisten auch heute noch mühsame Aufklärungsarbeit in Bevölkerung und Ärzteschaft – denn auch für unsere Kollegen ist ein Primärversorgungszentrum etwas Neues.

Dazu nochmals unser eindringlicher Appell an alle externen Patienten, die nicht unsere Regelpatienten sind: Bitte wenden Sie sich in gesundheitlichen Fragen und bei akuten Beschwerden an Ihren Hausarzt. Im Notfall steht Ihnen auch die zentrale Notaufnahme des Landeskrankenhauses Klagenfurt zur Verfügung.

Ein paar Zahlen zur aktuellen Situation unserer Leistungen in der medizinischen Grundversorgung

Inzwischen trägt unsere Aufklärungsarbeit Früchte und der fordernde externe Akutpatientenstrom wird schwächer. Die Erreichbarkeit und die Reaktionszeiten verbessern sich laufend und die Wartezeiten werden kürzer. Wir arbeiten zwar noch immer an der Kapazitätsgrenze, doch ein Normalbetrieb wird greifbar.

Rund 80 Patienten werden im Durchschnitt von unseren Allgemeinmedizinern Dr. Sabine Steinscherer, Dr. Manuel Treven und Dr. Günter Meisterl im MEDINEUM täglich vor Ort behandelt. Darüber hinaus werden täglich mehrere hundert Patientenanfragen von den Assistentinnen und diplomierten Krankenschwestern erledigt. Knapp 30 Patienten kommen jeden Tag zur Physio/Ergo-Therapie. Die Anzahl der Anrufe hat sich auf rund 250 Anrufe täglich eingependelt, dazu kommen eine Vielzahl von Mails, von denen rund 60 Patientenanfragen täglich beantwortet oder bearbeitet werden. Parallel betreuen unsere Ärzte eine Vielzahl von Patienten bei telefonischen Konsultationen oder im Rahmen von Visiten und Hausbesuchen. Einige immobilen Patienten, werden in ihren Privathäusern betreut, der Großteil, über 250 Menschen in acht verschiedenen Pflegeeinrichtungen in Klagenfurt und Umgebung, wir regelmäßig in den Pflegeheimen visitiert.
Trotz der hohen Zahl von Patientenanfragen wird unsere hohe medizinische Versorgungsqualität besonders geschätzt.

Unsere Zusatzleistungen werden gerne angenommen

Auch unsere Zusatzleistungen aus den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie und Sozialarbeit werden von unseren Patienten gut und gerne angenommen. Das Feedback dazu ist durch die Bank positiv, was uns sehr freut. Auch die Nähe und die gute Zusammenarbeit mit dem Röntgen Diagnostik Institut von Dr. Manfred Umschaden und der Nord-Apotheke werden von unseren Patienten sehr geschätzt. Letztere hat mittlerweile sogar die Öffnungszeiten an unsere Praxiszeiten angepasst.

Im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses sind wir auch weiterhin laufend dabei, uns weiterzuentwickeln – sowohl in der Organisation als auch im medizinischen Angebot. In Kürze finden wieder Abstimmungsmeetings mit der Österreichischen Gesundheitskasse und der Ärztekammer statt. Wir halten Sie über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.